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Samstag                     25.07.1998

Obwohl heute kein Arbeitstag ist, wie immer aufgestanden und gefrühstückt. Der für 8.00 bestellte Fahrer war schon pünktlich um 8.00 da, fuhr aber direkt wieder weg, da er dachte daß wir noch schlafen. Nachdem dieses Missverständnis geklärt war, kam er noch mal vorbei (9.00) und wir fahren nach Rio (Mano in Villa Kennedy abgeholt). Unterwegs Gas!! getankt

1 . Kathedrale von Rio: Messe ging gerade zu Ende, Baustil: Geschmackssache, Toiletten sehr schmutzig und vor allem überfüllt (besonders die Frauentoilette). Gute Stimmung auf der Frauentoilette.

2. Anschließend für uns ohne ersichtliche Route durch die Stadt gelaufen. Vorbei an:

Theater, Museum, Parlament, Bankenviertel, Uni

3. Mit dem Schiff übergesetzt nach Niterói. Dort haben wir im Mc Donald's zu Mittag gegessen und uns ein Einkaufszentrum angesehen, Danach zurückgefahren in die Altstadt von Rio. Dabei haben wir den Blick auf den Zuckerhut, die Cobacabana und die Christusstatue genossen. Auf dem Rückweg zum Auto vorbei an der ältesten Kathedrale von Rio, am Markt, diversen Kirchen.

Eindrücke:

Armut offensichtlich, alte, teilweise nackte Menschen auf der Straße: Danach fahrt nach Villa Alianca. Auf dem Weg dorthin wurde Bernd erstmals falsch verstanden: Er wollte Bier einkaufen; Mano dachte jedoch er wolle in eine Kneipe. In Vila Alianca wurde in einem Kolpinghaus ein EDV-Raum, der über eine sehr (1) enge Wendeltreppe zu erreichen war, in einer eiligen Zeremonie eingeweiht. - kleinen Snack (Wachteleier) eingenommen -Kolpingweisheiten ausgetauscht - Fußballweisheiten ausgetauscht

Projekte:

EDV-Kurs, Schreibmaschinenkurs, diverse Handarbeiten, Radiosender, Alphabetisierungskurse für Erwachsene, Haarschneiden, Schulbücherei Kolpingmitglieder: 23, davon 2 Männer - Gang zur Kirche, dort Räumlichkeiten besucht: 5 Schulungsräume (es gibt auch Vorschule für Kinder ab 4 Jahren) - in der Kirche(bzw. in den Räumen) das Kolpinglied auf deutsch und portugiesisch gesungen. (Wir freuen uns aufs nächste Mal) -Fragen über das tägl. Leben in Brasilien gestellt:

  • ca.  50% Analphabeten
  • 50 Religionsgemeinschaften im Großraum
  • Rio Villa Alianca hat 15.000 Einwohner
  • 30 - 80 % Arbeitslosigkeit in V.A.
  • aufgrund mangelnder Unterstützung des Priesters finden zur Zeit keine sozialen Aktionen in V.A. statt
  • Geld für Kirche in Brasilien kommt zu großen Teilen aus Rom
  • Kolping in Brasilien müßte mehr Mitglieder haben, um stärker zu sein und wirklich etwas zu bewegen

(Alle Angaben ohne Gewähr, wegen Übersetzung) Im Kolpinghaus noch ein wenig weiter diskutiert

  • schwarze Ringe, Mano trägt z.B. einen, sind Zeichen für die Sympathie zur Befreiungstheologie
  • Mano erzählt: In allen Vororten von Rio (auch Manguariba) ist die Banden und Drogenkriminalität massiv. (Deshalb werden wir auch immer begleitet, weil die Identifikation lebenswichtig ist.)
  • allgemeine Kriminalität ist hier weniger das Problem
  • Kindersterblichkeit ist im Nordosten von Brasilien noch hoch. Es kann passieren, daß Kinder an Hunger sterben.
  • Mindestlohn: 130 R$mit Drogenhandel ist ein Vielfaches möglich. Daher wird Drogenhandel von ärmeren Schichten betrieben. Drogenumschlagsplätze sind stadtbekannt.
  • Licht auf dem Sportplatz brennt die ganze Nacht, weil der Leiter des E~-erkes im. Wahlkampf steht (Licht ist Wahlgeschenk)
Nach einigen Verständigungsproblemen kommen wir auf dem Heimweg doch noch dazu, Bier einzukaufen. Ca. 18.00 Rückfahrt nach Manguariba; dort vom Fahrer noch zu einem Kokosnu9drink eingeladen. Kokosnüsse waren frisch von der Palme gepflückt (ca. 10 Stück am Fruchtstand). Die restlichen Nüsse schenkte er uns. 19.30 Ankunft bei Irma Nivalda; alle sehr müde und gereizt. Aufgrund der vielen Eindrücke mußte das Abendessen ausfallen, da diese im Tagebuch festgehalten werden mussten. Martin schrieb Ansichtskarten. und war total desinteressiert; Bernd war in Gedanken in St. Ingbert; René zählt Geld; Eva ist schlecht gelaunt(stimmt so, verallgemeinert nicht)

* Stimmungsbarometer 5/7

                  
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